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Krypto Futures vs Spot: Unterschiede für dein Trading Journal

9 Min. Lesezeit

Beim Spothandel kaufst du den Kryptowert selbst, bei Futures handelst du einen Vertrag auf dessen Kursentwicklung. Aus diesem einen Unterschied folgt alles Weitere: Futures kennen einen Liquidationspreis, laufende Kosten und eine Margin, Spot nicht. Für dein Journal bedeutet das vier zusätzliche Pflichtfelder und eine Regel, die viele übersehen: Beide Handelsarten gehören getrennt ausgewertet.

Was besitzt du in beiden Fällen?

Beim Spothandel wechselt der Wert tatsächlich den Besitzer. Nach dem Kauf gehört dir der Coin, du kannst ihn auf eine eigene Wallet übertragen, ihn halten, so lange du willst, und niemand kann die Position auflösen.

Bei einem Future besitzt du den Wert nicht. Du hältst eine Vereinbarung, deren Ergebnis sich aus der Kursentwicklung ableitet, hinterlegt mit einer Sicherheitsleistung. Diese Position existiert nur, solange die Sicherheit ausreicht.

Das ist kein juristisches Detail, sondern der Grund für den wichtigsten praktischen Unterschied. Eine Spotposition kannst du aussitzen, eine Futuresposition nicht.

Wie entsteht das Ergebnis?

Beim Spot ist die Rechnung einfach: Verkaufserlös minus Anschaffungskosten, abzüglich der Handelsgebühren auf beiden Seiten.

Bei Futures setzt sich das Ergebnis aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  • die Kursdifferenz zwischen Eröffnung und Schließung, bezogen auf die Kontraktgröße
  • die Handelsgebühren, die je nach Ausführungsart unterschiedlich ausfallen
  • bei laufenden Kontrakten die Finanzierungszahlungen über die gesamte Haltedauer

Der dritte Punkt ist der, der im Journal am häufigsten fehlt. Er fällt in regelmäßigen Abständen an und summiert sich über mehrere Tage zu einem Betrag, der einen leicht positiven Trade ins Minus drehen kann. Erfasse ihn als eigene Position und nicht als Teil des Kursergebnisses, sonst lassen sich Handelsidee und Haltekosten nie trennen.

Was ist Liquidation und warum gibt es sie nur bei Futures?

Der Liquidationspreis ist das Niveau, bei dem deine Sicherheitsleistung nicht mehr ausreicht und die Börse die Position zwangsweise schließt. Er ist keine Option, sondern eine harte Grenze.

Praktisch relevant ist der Abstand zwischen deinem Einstieg und diesem Preis, verglichen mit dem Abstand zu deinem geplanten Stopp. Liegen beide nah beieinander, ist die Position zu groß, unabhängig davon wie die Risikorechnung aussieht. Der Grund ist einfach: Eine kurze Bewegung, die deinen Stopp normal auslösen würde, kann in diesem Fall stattdessen die Liquidation auslösen, und dann verlierst du mehr als geplant.

Beim Spot existiert dieses Problem nicht. Ein Kursrückgang kostet Buchwert, aber niemand schließt deine Position.

Was ändert die Wahl der Margin-Zuordnung?

Die meisten Börsen bieten zwei Varianten, und der Unterschied wirkt sich direkt auf dein Gesamtrisiko aus.

Bei einer isolierten Zuordnung haftet nur die dieser Position zugewiesene Sicherheit. Geht der Trade schief, verlierst du diesen Betrag und nichts darüber hinaus. Bei einer übergreifenden Zuordnung dient das gesamte Guthaben als Sicherheit für alle offenen Positionen. Das verschiebt den Liquidationspreis nach hinten, koppelt aber alle Positionen aneinander.

Für das Journal heißt das: Die gewählte Variante gehört als Feld erfasst. Zwei Trades mit identischem Einstieg, Stopp und Hebel sind nicht vergleichbar, wenn einer isoliert und einer übergreifend abgesichert war.

Welche Kontraktarten solltest du unterscheiden?

Zwei Unterscheidungen reichen für die Praxis.

Laufend oder mit Fälligkeit. Laufende Kontrakte haben kein Enddatum und gleichen sich über Finanzierungszahlungen an den Kassakurs an. Kontrakte mit Fälligkeit laufen zu einem festen Termin aus, dafür entfallen die laufenden Zahlungen. Beide Formen erzeugen völlig unterschiedliche Kostenprofile über die Haltedauer.

Womit ist besichert? Ist die Sicherheit ein Stablecoin oder der Kryptowert selbst? Im zweiten Fall schwankt der Wert deiner Sicherheit mit dem Kurs, was den Liquidationspreis bei fallenden Kursen zusätzlich näher rückt. Das ist ein Effekt, der viele überrascht.

Beide Angaben gehören ins Journal, weil sie erklären, warum zwei scheinbar gleiche Trades unterschiedlich ausgingen.

Wie unterscheidet sich der Ausstieg?

Beim Spot gibt es genau einen Weg, eine Position zu beenden: Du verkaufst. Bei Futures gibt es drei, und sie führen zu unterschiedlichen Einträgen im Journal.

Der erste ist der geplante Ausstieg über Stopp oder Signal, wie beim Spot auch. Der zweite ist die Liquidation, also ein Ausstieg, den nicht du entscheidest. Der dritte betrifft nur Kontrakte mit Fälligkeit: Sie enden zu einem festen Termin, unabhängig davon wie der Trade steht.

Für die Auswertung ist die Unterscheidung wesentlich. Ein liquidierter Trade ist kein normaler Verlusttrade, sondern ein Hinweis auf eine zu große Position, und er gehört als eigene Kategorie erfasst. Wer ihn einfach als Verlust bucht, sieht in der Statistik einen etwas größeren Ausschlag nach unten, aber nicht die Ursache.

Ebenso gehört das Fälligkeitsdatum ins Journal, wenn du Kontrakte mit Laufzeit handelst. Ein Trade, der schlicht ausgelaufen ist, sagt über deine Handelsidee wenig aus und verzerrt die Auswertung der Ausstiegsgründe, wenn er dort nicht getrennt auftaucht.

Welche Felder braucht das Journal zusätzlich?

Für Spot reichen die üblichen Angaben: Zeitpunkt, Menge, Kurs, Gebühren, geplanter Stopp, Ausstiegsgrund. Für Futures kommen vier Felder dazu:

  1. Hebel und eingesetzte Sicherheit. Ohne diese Angaben lässt sich das eingegangene Risiko später nicht rekonstruieren.
  2. Liquidationspreis bei Eröffnung. Zusammen mit dem geplanten Stopp zeigt er, ob die Position tragfähig dimensioniert war.
  3. Finanzierungszahlungen als Summe über die Haltedauer, getrennt vom Kursergebnis.
  4. Kontraktart und Margin-Zuordnung als auswertbare Kategorie.

Diese Felder kommen teilweise automatisch von der Börse, wenn du eine Schnittstelle nutzt. Wie das eingerichtet wird, steht unter Bitget API anbinden.

Warum darfst du beide nicht gemeinsam auswerten?

Weil die Ergebnisverteilungen unterschiedlich sind. Futures erzeugen durch den Hebel breitere Ausschläge nach oben und unten, und die Finanzierungskosten verschieben das Ergebnis zusätzlich in Abhängigkeit von der Haltedauer.

Eine gemeinsame Trefferquote mischt zwei verschiedene Verteilungen zu einer Zahl, die für keine der beiden gilt. Dasselbe gilt für den Gewinnfaktor und für den durchschnittlichen Gewinn je Trade.

Praktisch löst du das mit einem Pflichtfeld für die Produktart und einem Filter darauf bei jeder Auswertung. Ein gemeinsames Journal bleibt trotzdem sinnvoll, weil du dein Gesamtrisiko nur dann an einer Stelle siehst. Diese Trennung zwischen Erfassung und Auswertung ist der Kern des Themas, ausführlich behandelt unter Krypto Trading Journal führen.

Wie vergleichst du beide trotzdem?

Über eine Größe, die den Hebel herausrechnet: das Ergebnis in Vielfachen des eingegangenen Risikos. Der Abstand zwischen Einstieg und ursprünglichem Stopp mal Positionsgröße ergibt dein Risiko, und das Trade-Ergebnis geteilt durch diesen Betrag macht Spot- und Futuresstrades direkt vergleichbar.

Damit beantwortest du die eigentlich interessante Frage: Ist deine Handelsidee in beiden Umgebungen gleich gut, oder funktioniert sie nur in einer davon? Häufig zeigt sich, dass dieselbe Strategie bei Futures schlechter abschneidet, sobald die Finanzierungskosten mitgerechnet werden.

Wann ist welche Handelsart sinnvoll?

Das hängt von deinem Zeitrahmen und deinem Zweck ab, nicht von einer allgemeinen Rangfolge.

Spot passt zu längeren Haltedauern, weil keine laufenden Kosten anfallen und keine Liquidation droht. Wer eine Position über Wochen halten will, zahlt bei Futures für dasselbe Kursergebnis mehr.

Futures passen zu kürzeren Haltedauern und zu Situationen, in denen du eine Gegenposition brauchst oder Kapital binden willst, ohne den Wert selbst zu kaufen. Der Preis dafür sind zusätzliche Felder, zusätzliche Kosten und eine harte Grenze nach unten.

Was in beiden Fällen gleich bleibt: Der geplante Stopp und die daraus abgeleitete Positionsgröße stehen vor dem Einstieg fest. Die Felder dafür liefert ein strukturiertes Krypto Trading Journal.

Fazit

Der Unterschied zwischen Spot und Futures ist nicht der Hebel, sondern was du hältst. Daraus folgen Liquidation, Finanzierungskosten und Margin-Zuordnung, und daraus folgen vier zusätzliche Journalfelder. Führe beide Handelsarten in einem Journal, damit dein Gesamtrisiko sichtbar bleibt, aber werte sie getrennt aus. Und vergleiche sie über das Ergebnis in Vielfachen des Risikos, weil nur diese Größe den Hebel herausrechnet.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Gehebelte Produkte können zu Verlusten führen, die den ursprünglich eingesetzten Betrag übersteigen können; die konkreten Bedingungen unterscheiden sich je Anbieter. Handel mit Kryptowerten ist mit dem Risiko von Verlusten bis zum Totalverlust verbunden.

Weiterlesen: Krypto Volatilität: Wie du Positionsgröße und Stopps anpasst

Der Terminmarkt bringt eine Kostenart mit, die es am Kassamarkt nicht gibt. Warum du die Funding Rate verstehen und getrennt vom Kursergebnis erfassen solltest, zeigt der Artikel dazu.

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